28.08.2018 @ 13.12Uhr
Der Zweitligist in der ersten DFB-Pokalrunde als Favorit beim Vertreter der dritthöchsten Spielklasse Deutschlands. Klingt generell erstmal nach typischem Favoritensturzspiel, jedoch meisterte Union die Nummer am Ende recht souverän, obwohl Jena gar zweimal den Ausgleich erzielen konnte. 2:4 nach 90 Minuten, wodurch uns auch die aufreibende Nervenschlacht in der Verlängerung erspart blieb. Absolut ein Ergebnis, dass man ruhig mal feiern kann und wenn man sieht, was noch alles im Rennen ist, sind wir durchaus gespannt auf die Auslosung der zweiten Runde.

Da Jena-Paradies ja glücklicherweise nicht ganz so weit entfernt von Berlin-Köpenick ist, konnte man auch diese dusslige Anstoßzeit von Sonntag, 18:30 ganz gut ab, fuhr jedoch trotzdem bereits gegen 10 Uhr mit demselben Bus los, dem man die Kölnwunden in der Frontscheibe nach wie vor ansieht. Grund war eine Einkehr bei einem Badesee inkl. Biergarten, etwa 15 Kilometer vor Jena, den man aufgrund diverser Ferienendstaus zwar eine Stunde später als geplant erreichte, bei dem man jedoch 'ne janz coole Zeit verbracht hat. Eintritt kostete normalerweise drei Euro, ein paar Leute bezahlten und die armen Schweine hat man durch die Masse auch irgendwie so durchbekommen. Gelebtes, alternatives Sozialsystem! Größte Leistung bis dahin war es sicherlich, komplett bullenlos zu bleiben, und das, obwohl man mit einer, zumindest teilweise, besoffenen und paarungsfähigen Horde junger Männer durch den FKK-Bereich gelatscht ist. Ja, der Machomodus war heute durchaus gar nicht so hoch, wie man es von anderen Fahrten kennt.

Mit dem Zug ging es - noch immer in Freiheit - weiter Richtung Ernst-Abbe-Sportfeld, welches wir pünktlich erreichten. Jena zeigte im ausverkauften Stadion ein astreines Intro im Südamerikastyle mit einigen Fackeln in verschiedenen Farben, abgerundet mit Rauch am Ende der Aktion. Dazu gab es eine Menge Konfetti und, begünstigt durch ein fehlendes Dach, Raketen. Starke Nummer. Auch ansonsten zeigte Jena einen guten Auftritt und zündete immer wieder mal verschiedenste pyrotechnische Erzeugnisse. Einzig den fehlenden Spielbezug in den Gesängen kann man eventuell ankreiden. Auch weil man gemerkt hat, dass das restliche Stadion immer mal wieder was probieren wollte, die Südkurve aber bei ihrem Sing-Sang ala Boca Juniors blieb. So findet wohl jede Szene ein wenig ihren eigenen Style und wenn das der von Jena war, haben sie ihn heute fast in Perfektion umgesetzt. Die erste Hälfte stand Jena hinter einer großen "Vamos"-Fahne, bevor zu Halbzeit Zwei die Gruppenfahnen inkl. der der Schickeria zum Vorschein kamen.

Bei uns gab es zu Beginn, passend zum Aktionsspieltag ein großes Banner mit der Aufschrift "DFB, DFL & Co - Ihr werdet von uns hören!". Abgerundet wurde die Ansage mit einem "Fick Dich, DFB"-Spruchband, den unsere Stadionverbotler auf einem nahegelegenen Berg präsentierten und der vom Stadion aus zu sehen war. Jena honorierte dies im Übrigen mit "Gegen alle Stadionverbote"-Gesängen.
Ansonsten war unser Auftritt heute schon okay, aber ab und an fehlte die absolute Pokalbrachialität. Auch die Torjubel waren, warum auch immer, nicht so sonderlich emotional. Da ist durchaus noch Luft für die nächsten Runden und Europa.

Etwa ein Uhr nachts erreichte man wieder den Heimathafen.

Und niemals vergessen: Eisern Union und scheiß DFB!







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